News

Das Labyrinth im Maisfeld - die ersten Schritte für 2018

Motiv: 100 Jahre Freistaat Bayern
Motiv: 100 Jahre Freistaat Bayern

[08|05|2018]

Endlich war es wieder soweit, die Absteckung für das Labyrinth im Maisfeld in Utting wurde durchgeführt.


Seit dem Jahr 2002 findet dieses Projekt nun schon statt, bei dem das am Schreibtisch entworfene Labyrinth "auf den Acker" gebracht wird. Auf der Internetseite www.exornamentis.de kann man die Labyrinthe der letzten Jahre bewundern und bald das diesjährige Programm einsehen.


Das Projekt mit dem genau genommen Mais - Hanff - Sonnenblumen....feld wird zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Ernst durchgeführt.


Diesmal erklärten sich 16 Studierende des Studiengangs Angewandte Geodäsie und des Studiengangs Geotelematik und Navigation bereit, diese anspruchsvolle und interessante Aufgabe Anfang Mai durchzuführen. Wie immer waren es Studierende des 4. Semesters, da in diesem Semester ein Großteil der GNSS- (Satellitenvermessung mit z. B. GPS) Ausbildung stattfindet.


Auf dem noch kaum bewachsenen Acker warteten schon Corinne und Uli Ernst und ihre Helfer. Als diesjähriges Motiv wurde "100 Jahre Freistaat Bayern" gewählt.


Im Hintergrund wird es bayerische Rauten geben, im Vordergrund Bayern mit den Regierungsbezirken, Flüssen, Seen und den wichtigsten Städten. Die Herausforderung besteht nun darin, sowohl die geraden Linien der Rauten, als auch die unregelmäßigen Formen von Bayern auf das Feld zu bringen. Und wie man sich vorstellen kann, ist so ein Acker kein ebenes Blatt Papier, sondern hat eine ungleichmäßige Oberfläche.


Wie gelingt es denn eigentlich, so eine Zeichnung in ein Maisfeld zu bekommen? Die digitale Karte des Grundstückes wird mit der abzusteckenden Zeichnung zusammengeführt. In einem geeigneten Programm kann man nun diese Zeichnung georeferenzieren. Das heißt, jeder Bildpunkt der Zeichnung erhält Koordinaten, in unserem Fall Koordinaten mit Länge und Breite bezogen auf unsere Erde. Und nun kommt GPS (GNSS) ins Spiel. Nicht das GNSS, wie man es aus der Navigation, vom Wandern oder dem GeoCachen kennt. In der Geodäsie gibt es GNSS Instrumente die mit speziellen Messverfahren eine Genauigkeit von einigen Zentimetern erreichen. Mit diesen speziellen Instrumenten kann man nun seine eigene Koordinate ermitteln und auf einen kleinen Rechner ausgeben. Dieser Rechner hat ein Programm, dass die georeferenzierte Zeichnung und gleichzeitig die vom GNSS ermittelte Koordinate anzeigt. Fast wie ein Navigationssystem, nur viel genauer. Nun kann man die Zeichnung in die Wirklichkeit übertragen. Von nun an klingt alles recht einfach, doch nur mit der erforderlichen Sorgfalt und dem richtigen Fingerspitzengefühl kommt man auch zu einem so schönen Ergebnis wie in diesem Jahr.


Dank der Hilfe von einigen Freiwilligen und des guten Wetters gelang es, das Projekt ohne größere Schwierigkeiten abzuschließen. Jetzt müssen die Pflanzen des Mais - Hanff - Sonnenblumen - Labyrinths nur noch kräftig wachsen. Denn erst dann kann man ein Luftbild machen und das Ergebnis kontrollieren und bewundern. Das Warten ist wie jedes Jahr spannend!


Laut Aussage der beteiligten Studenten und Studentinnen machte das Projekt enorm viel Spaß und die anschließende von der Familie Ernst spendierte Brotzeit schmeckte prima. Außerdem konnten die Kenntnisse in GNSS – Messverfahren anschaulich vertieft werden.


Vielen Dank an alle Helfer und Beteiligten!


Video: Absteckung im Zeitraffer


Einige Bilder und das Video wurden von Herrn Seidl zur Verfügung gestellt.

 

Bildergalerie